DIE WORKSHOPS

Mit einigen Ideen und einem Plan besuchten wir in einer Oktober-Woche die Volksschule Schönau um gemeinsam mit den Kindern am Projekt zu arbeiten …. … am Montag, 19. Oktober 2020 nachmittags starteten Nicole Pruckermayr und Maria Fanta mit ihren Workshops:

Nicole Pruckermayr:

Ich und wir und mein Platz… Kunst und Kunst im öffentlichen Raum

Welche Räume sind öffentlich, welche privat und warum schaut manches recht öffentlich aus und ist dennoch privat? „Was ist für mich der öffentliche Raum?“ Die Kinder diskuttierten und zeichneten auf Papierbögen. Was ist die Schule, was ist das Geschäft, was kann ich auf der Straße tun… waren Themen. „Was ist Kunst im öffentlichen Raum?“ Es entstanden Gespräche, Zeichnungen über Graffitis, Karten, Performances… Um sich selbst innerhalb des öffentlichen Raumes intensiver wahr zu nehmen, probierten die Kinder ein Reeactment der Performance „Divisor” von Lygia Pape. Die Decke, die alle verbindet und gleichzeitig auch trennt stülpte sich über die Schüler und Schülerinnen. Der Versuch gemeinsam auszuverhandeln wohin es gehen soll, gestaltete sich schwierig! DasExperiment einer selbstbestimmten Gemeinschaft.

Die Basis des zweiten Reenactments war „Körperkonfigurationen“ von Valie Export. Ziel war es den eigenen Körper und die eigene Person als wichtigen Teil einer Gesamtumwelt wahrzunehmen und sich bewußt auf die Umgebung einzulassen. Zum Abschluss spielten die Kinder „Menschen im Skulpturenpark“, bei dem die eine Gruppe abwechselnd Skulpturen und abwechselnd BesucherInnen ist. Im achtsamen Begegnen verhandelten alle mit, wer sich verändert, wer gleich bleibt.

Kinder, die noch Lust hatten bastelten kleine weiße Fahnen und bezeichneten sie.

Maria Fanta unter Mitarbeit von Manuel Girzikowski:

SPIELEND RAUM EINNEHMEN

Im Workshop von Maria Fanta entwickelten die Schülerinnen und Schüler basierend auf dem bekannten Spiel „Mensch ärgere dich nicht“ ein eigenes Spiel. Zuerst wird im Klassenraum gebastelt (die Würfel, das Spielbrett, die Figuren…) um dann in den Schulhof zu wandern und dort einen Massstabs-Sprung zu machen: zu zeichnen, zu messen, zu skalieren und zu spielen. Eigens entwickelte Würfel und Spielfiguren im Kleinen werden dann nach draußen vergrößert: Die Kinder selbst werden zu Spielfiguren.

Aber der Spielplan im Innenhof kann auch anders genützt werden: Im weiteren Schritt stellen sich die Kinder am Spielplan auf und bilden Reime. Gemeinsam mit Manuel wird fleißig gerappt. Sätze zum Thema FRIEDEN werden entwickelt. Die Raps werden aufgeschrieben, gesammelt und auf ein Plakat geklebt. Alle sind eifrig bei der Sache. Einige Kinder können gar nicht genug vom Reimen und Dichten kriegen…

… am Dienstag, 20. Oktober 2020 nachmittags arbeitete neben Nicole Pruckermayr und Maria Fanta auch Hannes Freiszmuth mit den Schülerinnen und Schülern:

Hannes Freiszmuth:

Wie wird ein Platz gestaltet?

Der Architekt Hannes Freiszmuth ist gemeinsam mit der Landschaftsplanerin DI Waltraud Körndl Entwerfer der Bertha-von-Suttner-Platz-Gestaltung. Die Kinder nannten in einem ersten Schritt die Aktivitäten, die Sie selbst auf einem Platz machen würden, was also bei einem Entwurf zu beachten ist. Anhand dieser gesammelten Stichworte suchten wir auf dem Plan Orte, wo sie das machen können. Mit dieser Vorgehensweise bekamen sie auch einen Einblick, wie ein Grundriss in der Planung dargestellt wird. In einem zweiten Schritt griffen die Kinder auch selbst am Papier malerisch in die Gestaltung ein.

… Mittwoch, 21. und Donnerstag, 22. Oktober waren Sidonie Koch und Katja Hausleitner vom Kinderbüro zu Besuch in der Volksschule:

Katja Hausleitner und Sidonie Koch:

Konfliktlösungen und Frieden im öffentlichen Raum. Zwei Tage mit dem Kinderbüro!

Innerhalb dieses Workshops wurde der öffentliche Raum mit seinen Eigenheiten vertieft. Was darf ich hier im Gegensatz zu privaten Orten, was sind meine Rechte? Darf ich überall Picknicken oder Turnen?

Innerhalb von Rollenspielen werden verschiedene Situationen im öffentlichen Raum erarbeitet. Kleine oder große Konflikte gibt es überall, nicht nur im Klassenraum, auch auf Plätzen oder im Bus.

Die kurzen Theaterstücke bieten Raum über die dabei entstandenen Gefühle zu sprechen und diese auch zuzulassen. In einem weiteren Schritt werden Lösungsmöglichkeiten gesucht und gefunden. Allen fällt etwas Konstruktives ein. Die Hand geben ist immer eine Lösung. (Wir hoffen sehr, dass für dieses Friedenszeichen ein gutes Pendant gefunden werden kann.) In realen Situationen kann so auf passende Handlungsmuster zurück gegriffen werden.

„Wie kann ich Streit lösen?“ war auch das wichtigste Thema am zweiten Tag. In Gesprächen wird beobachteter Streit besprochen und dokumentiert. Viele Lösungen werden erarbeitet.

Abschließend bekommt auch das Thema Frieden große Beachtung. „Was glaubt ihr ist Frieden? Was bedeutet Frieden?“ Auch hier fiel vielen Kindern etwas ein: „Die Personen sind glücklich.“

Am Ende des Workshops werden eigene und bekannte Friedenssymbole gezeichnet. Und vielleicht kommt das eine oder andere Zeichen auch auf die Tische am Bertha-von-Suttner-Platz.

Den letzten Tag dieser ereignisreichen Woche gestaltet das SMZ Liebenau am Freitag, 23. Oktober.

Carina Batek-Stipacek, Anna Hoffman-Wellenhof, Rebecca Taupe:

VERSTEHEN UND VERSTANDEN WERDEN

Die Sensibilisierung der Schüler*innen der VS Schönau auf „Frieden“, „friedvolles Zusammenleben“ und „Nachbarschaft im öffentlichen Raum“ stand innerhalb des Workshops im Vordergrund . Da die Kommunikation eine wichtige Strategie in der Arbeit mit Klient*innen bzw. Teilnehmer*innen im Nachbarschaftszentrum Jakomini und am Grünanger ist und in unseren Augen die Kommunikation der Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung unserer Projekte in der Gemeinwesenarbeit ist, entschlossen wir uns, zu diesem Thema einen Workshop mit den Kindern durchzuführen. Wir wollten zeigen bzw. sensibilisieren, wie es sich anfühlt, sich zu verstehen oder nicht zu verstehen und wie wichtig Kommunikation in der Gemeinschaft ist.

Wir begrüßten einander in einem großen Kreis auf unterschiedliche Art und Weise und in Zweiergruppen sprachen wir in Fantasiesprache miteinander. Nach einer kurzen Feedbackrunde über Verstehen und Nicht-Verstanden-Werden ging es weiter mit dem Spiel „Schnur wegzupfen“.

Abschließend stellten die Kinder gemeinsam eine Szene nach. Unsere Wahl fiel auf: „Musikband“. Das kann man erkennen, oder?

Alle Fotos wurden von den Workshopleiterinnen gemacht.